Kryptowährungen: Die verschiedenen Konten-Arten und wie sie sich unterscheiden

Einleitung und Inhalt

In diesem Beitrag möchte ich dir erklären, welche Arten von Konten es bei Kryptowährungen gibt und wie sie sich voneinander unterscheiden. Wenn ich hier von „Kryptowährungen“ spreche, dann meine ich im speziellen die beiden Kryptowährungen „Bitcoin“ und „Monero“ da ich keine anderen Kryptowährungen verwende. Es gibt jedoch noch viele weitere Kryptowährungen (zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags sind allein 1181 Kryptowährungen auf der Seite Coinmarketcap.com gelistet) und ich kann nicht beurteilen, ob meine Aussagen in diesem Beitrag für alle Währungen gleichermaßen gelten – dies bitte im Hinterkopf behalten! 😉

Noch etwas Allgemeines: Ursprünglich galt der Begriff „Wallet“ für das jeweilige Werkzeug, in welchem Konten verwaltet wurden. Im Fall von „Cold-Wallets“ also Papier, Dateien oder USB-Sticks und im Fall von „Hot-Wallets“ die jeweils verwendeten Programme. In der englischsprachigen Welt der Kryptowährungen wird der Begriff „Wallet“ (zu deutsch: „Geldbörse/ Portemonaie“) inzwischen jedoch auch für die eigentlichen „Konten“ (korrekter wäre hier aus meiner Sicht der englische Begriff „Account“) verwendet, wobei die Art des Kontos jeweils vorangestellt wird. Auch ich verwende in meinen Anleitungen daher den Begriff „Konto“ synonym für das, was im englischsprachigen Raum oft als „Wallet“ bezeichnet wird.

Zu den Konten allgemein

Im Gegensatz zu herkömmlichen Banken gelten für alle mir bekannten Konten bei Kryptowährungen folgende Vorteile:

  • Du kannst dir beliebig viele solcher Konten erstellen,
  • du zahlst keinen Cent für die Erstellung von Konten,
  • es gibt keine Kontoführungsgebühren (aber Transaktionskosten),
  • du musst an keiner Stelle irgendwelche Daten von dir Preis geben,
  • deine Konten können nicht gesperrt oder eingefroren werden und
  • deine Transaktionen können nicht durch eine Bank zensiert werden!

Ein Kryptowährungskonto besteht im wesentlichen aus:

  • einer öffentlichen Adresse (dies ist in etwa vergleichbar mit einer Kontonummer) auf welche im jeweiligen Netzwerk der Kryptowährung eingehende Transaktionen (Einnahmen) gutgeschrieben werden können, und
  • einem privaten Schlüssel für ausgehende Transaktionen (Ausgaben).

Bei Monero gibt es noch weitere Schlüssel, auf welche ich an anderer Stelle noch detaillierter eingehen werde.

Bei Kryptowährungskonten wird allgemein zwischen „Cold-Wallets“ und „Hot-Wallets“ unterschieden. Wie sich beide Hautkategorien voneinander unterscheiden und welche Unterkategorien es gibt, versuche ich dir im Nachfolgenden zu erklären:

Cold-Wallets („Der Tresor“)

Sogenannte „Cold-Wallets“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie nicht mit dem Blockchain-Netzwerk der jeweiligen Währungen verbunden sind. Auf die Adresse einer Cold-Wallet können trotzdem jederzeit Guthaben transferiert werden und die Cold-Wallet enthält zudem alle erforderlichen Informationen um im Bedarfsfall (z.B. für Ausgaben) jederzeit in „Hot-Wallets“ umgewandelt werden können.

Paper-Wallet

Bei einer sogenannten „Paper-Wallet“ (sinngemäß „Papier-Konto“) werden deine Kontoinformationen auf bzw. in einem Dokument gesichert. Dies kann ein Blatt Papier sein auf welchem du deine Kontodaten notierst, aber auch ein elektronisches Dokument wie eine Textdatei, oder in der Datei einer Passwortverwaltung wie KeePass.

Brain-Wallet

Bei einigen Programmen und Diensten können die gleichen Kontoinformationen immer wieder durch einen sogenannten „Mnemonic-Seed“ wiederhergestellt werden. Ein solcher Mnemonic-Seed besteht aus zufälligen ausgewählten und zufällig angeordneten Wörtern. Es ist also theoretisch möglich, diese Kombination von Wörtern auswendig zu lernen und den Zugang zu einem Konto ausschließlich im Gedächtnis zu speichern – daher der Name „Brain-Wallet“ („Brain“ ist das englische Wort für Gehirn). Aber Vorsicht: Wenn du deine Kontoinformationen nicht noch anderweitig hinterlegt hast, wirst du nie wieder(!) auf dein Konto und dein Guthaben zugreifen können, wenn du den auswendig gelernten Mnemonic-Seed mal vergisst!

Hardware-Wallet

Eine weitere Form der Cold-Wallets sind „Hardware-Wallets“. Damit ist gemeint, dass deine Kontoinformationen auf einem speziell dafür vorgesehenem USB-Stick gesichert werden, welcher deine privaten Schlüssel verwaltet und nur gegen Eingabe eines Sicherheitscodes frei gibt. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrags gibt es solche spezielle Hardware zwar für Bitcoin-, aber noch nicht für Monero-Konten. Der Hersteller „Ledger“ hat jedoch bereits mit der Entwicklung eines solchen USB-Sticks für Monero-Konten begonnen (Link).

Hot-Wallets

Sogenannte „Hot-Wallets“ zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Gegensatz zu Cold-Wallets mit dem Blockchain-Netzwerk der jeweiligen Währungen verbunden sind.

Hier gibt es eine Besonderheit von Monero im Gegensatz zu Bitcoin: Während im Bitcoin-Netzwerk immer alle Konten und Transaktionen öffentlich eingesehen werden können (volle Transparenz) ist dies im Monero-Netzwerk (aufgrund seiner auf Privatsphäre fokussierten Architektur) nicht ohne Weiteres möglich. Dennoch gibt es auch bei Monero die optionale Möglichkeit, einzelnen Personen, Personengruppen oder der breiten Öffentlichkeit den Einblick auf die Guthaben von Konten mittels sogenannter „View-Keys“ zu gewähren.

Online-Wallet

Die mit Abstand unsicherste aller Möglichkeiten ein Kryptowährungs-Konto zu eröffnen, ist dies mit einem Online-Dienst zu tun. Ich werde hier bewusst keine solchen Dienste verlinken oder nennen, denn sie bergen große Gefahren:

  • Der oder die BetreiberInnen solcher Plattformen können sich die Guthaben der Konten auf eigene Konten übertragen,
  • solche Plattformen können durch kriminelle Angreifer („Cracker“) die Kundendaten verlieren,
  • solche Plattformen können nicht erreichbar sein, geschlossen werden, den Dienst einstellen, etc.

Nutzt keine solchen Dienste!

Full-Node

Ein sogenannter „Full-Node“ ist ein Programm (Software), welches nicht nur die eigenen Konten verwaltet, sondern zusätzlich auch eine Kopie der Blockchain auf dem eigenen Rechner erzeugt und synchronisiert. Solche Full-Nodes  tragen zur Stabilität und Sicherheit des gesamten Netzwerks durch Dezentralisierung bei. Ich betreibe daher sowohl für Bitcoin als auch für Monero jeweils Full-Nodes und würde dir dies auch empfehlen. Allerdings ist je nach Größe der Blockchain entsprechend viel lokale Speicherkapazität erforderlich und die Blockchains wachsen in ihrer Größe stetig!

Remote-Wallet

Ein Remote-Wallet ist geeignet, wenn der eigene Speicher nicht ausreicht um eine Kopie der Blockchain zu speichern und zu synchronisieren. Bei einer Remote-Wallet greift das Programm auf eine entfernte Blockchain zu und synchronisiert sich von dort. Das bedeutet allerdings auch, dass du dich nicht mit der entfernten Blockchain synchronisieren kannst, falls diese aus technischen Gründen nicht erreichbar sein sollte – auch deshalb meine Empfehlung zur Nutzung von Full-Nodes.

Remote-Wallets sind aber insbesondere bei Anwendungen auf mobilen Endgeräten (z.B. Smartphone oder Tablet) aufgrund des begrenzten Speichervolumens ein sinnvoller Anwendungsfall! Ein weiterer Grund für die Verwendung von Remote-Wallets auf mobilen Endgeräten ist der geringere Datenverbrauch der Mobilfunk-Volumen, sofern man über keine Flatrate verfügt.

Sonderfall: Monero-View-Wallet

Bei Monero-Konten gibt es die Möglichkeit per „View-Key“ die (sonst grundsätzlich nicht einsehbaren) Guthaben eines bereits existierenden Kontos mit diesem speziellen Schlüssel als „nur lesbar“ einzurichten. Sinnbildlich kann man diese Funktion am ehesten mit einem Kontoauszugs-Drucker vergleichen: Der Auszug zeigt mir zwar den jeweiligen Kontostand an, lässt mich aber keine Guthaben transferieren.

Sonderfall: „Multisignature wallets“

Bei sogenannten „Multisignature wallets“ (zu deutsch sinngemäß „Multi-Signatur-Konten“) gibt es mehr als einen privaten Schlüssel je Konto und es können für ausgehende Transaktionen (Zahlungen) mehrere dieser Schlüssel erforderlich sein. Ein Beispiel wäre das Geschäftskonto einer Firma mit zwei GeschäftsführerInnen, bei denen immer beide privaten Schlüssel für Transaktionen benötigt werden.

Meine Praxistipps für PrivatanwenderInnen

Für einzelne Personen und/ oder Selbstständige empfehle ich die Einrichtung von drei Konten:

  • Ein Offline-Wallet als Wertdepot für größere Summen. Dies ist quasi das Pendant zu deiner Spardose, deiner Geldkassette oder deinem Tresor.
  • Ein Full-Node als Pendant zum Girokonto. Hier nimmst du (hoffentlich in naher Zukunft ;-)) deine Einnahmen entgegen und tätigst Ausgaben wie Daueraufträge oder Bezahlungen in Online-Shops. Was hier am Monatsende übrig bleibt, überweist du am besten auf dein Offline-Wallet.
  • Ein Remote-Node auf deinem Smartphone als Pendant zu deinem Portemonnaie. Hierauf überträgst du kleinere Summen für Zahlungen im Alltag – z.B. in Restaurants, Cafes oder Taxen.
  • Beispiel für den Einzelhandel: Wenn du ein Geschäft mit Kundenverkehr betreibst, dann kannst du auch Zahlungen in Kryptowährungen akzeptieren indem du z.B. ein Tablet an deiner Kasse als Zahlungsterminal einrichten. Besonders sicher für dich wäre z.B. die Verwendung einer Monero-View-Wallet auf dem Tablet, ohne deinen privaten Schlüssel auf diesem Gerät zu speichern. Sollte dir jemals dieses Tablet gestohlen werden, so sind deine Guthaben dennoch vor dem Dieb sicher – denn ihm fehlt der private Schlüssel um über dein Guthaben zu verfügen. Du hingegen kannst an einem anderen Rechner mit dem privaten Schlüssel weiter über die „gestohlenen“ Guthaben verfügen und sie so auf ein neues Konto überweisen!

Unterstützen und Weitersagen!

Wenn dieser Beitrag nützlich für dich war, dann würde ich mich sehr über deine Unterstützung zu meiner Arbeit freuen!

Wenn du denkst, dass dieser Beitrag auch für andere Menschen einen Mehrwert bietet, dann teile diesen Beitrag gerne in deinen sozialen Netzwerken.

In beiden Fällen gilt: Vielen lieben Dank! <3

2 Antworten zu “Kryptowährungen: Die verschiedenen Konten-Arten und wie sie sich unterscheiden”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.